Collector Stories

Lilli Hollein

Wien, Österreich

»Genuss kann so viele Facetten haben – Sex zu haben, in einen kalten, klaren See zu springen oder während des Tages eines Kunstausstellung zu besuchen…«

Lilli Hollein stammt aus einer Familie, in der Kultur an der Tagesordnung steht. Ihr Vater war der Architektur-Visionär Hans Hollein. Bruder Max führte Kulturinstitutionen wie die Schirn Kunsthalle und das Städel Museum zu Weltruf. Lilli Hollein selbst hat sich international einen Namen als Kuratorin und Designexpertin gemacht. Peter, Barkeeper in der Loos Bar, traf Lilli Hollein bei einem Absolut ELYX „Honeyrider“ und sprach mit ihr über die verschiedenen Facetten von Genuss und was sie persönlich mit dem Architekturjuwel im 1. Wiener Bezirk verbindet.

Was bedeutet Genuss für dich?
Ich glaube, Genuss kann sehr individuell sein. Wenn Menschen das Wort »Genuss« hören, denken viele gleich an Essen oder ein Glas Wein. Für mich persönlich hat es aber weniger mit Kulinarik zu tun. Genuss hat für mich viele Seiten. Er kann zum Beispiel mit Sex zu tun haben und vielen anderen, vielleicht weniger aufregenden, aber anregenden Dingen. Es ist ein bewusstes und sinnlich wahrgenommenes Erlebnis. Das ist für mich auch mit ein Grund, weshalb Wien immer die Stadt des Genusses bleiben wird, unabhängig von ihrem kulinarischen Angebot.

Hat sich in den letzten Jahren etwas geändert, wie Wien als Stadt genießt?
Was man hier einfach so sehr schätzt, ist diese gewisse Langsamkeit, das andere Tempo der Stadt. Das ist in Wien noch sehr ausgeprägt, und ich hoffe, wir bewahren uns das. Wien ist eine wunderschöne, gepflegte Stadt. Wien ist in den letzten Jahren aber auch eine Stadt mit einem unglaublichen, auch zeitgenössischen Kulturangebot und einer sehr dynamischen Kreativszene geworden. Viele Designer und Künstler, mit denen wir arbeiten, kommen sehr gerne nach Wien. Und Wien hat inzwischen auch eine, im besten Sinne, unangestrengte Ausgehkultur entwickelt. Um tief in diese Szene einzutauchen, muss man hier nicht in einen Club oder den teuersten Grill der Stadt gehen. Hier spielt sich so viel gesellschaftliches Leben in einer sehr unaufgeregten Art und Weise ab. Und Wien wird mehr und mehr zu einer internationalen Stadt. Das schätzen ganz viele!

Sicherlich gibt es Genussmomente, zu denen du im Alltag gerne öfter die Gelegenheit erhalten würdest.
Natürlich gibt es die. Etwas, das ich sehr selten habe, ist, in aller Ruhe tagsüber in eine Ausstellung zu gehen – Tagesfreizeit zu haben, wie man so schön sagt. Auch wenn man sich dabei immer etwas schuldig vorkommt, genieße ich es schon sehr, in einer fremden Stadt zwischen zwei Terminen in ein Museum zu gehen. Ganz ohne Gespräche. Ganz alleine. Genuss ist für mich beispielsweise auch, alleine im Auto herumzufahren, dabei laut Musik zu hören und keine Telefonate nebenbei führen zu müssen. Von einem Steg ins Wasser zu springen, in einen kalten, klaren See – ein Hochgenuss! Vor allem aber: mein Kind abschmusen, mit meinem Mann Zeit verbringen, abseits familienorganisatorischer Dinge. Überhaupt: Zeit mit meiner Familie zu verbringen, ohne dass man irgendetwas muss … Das ist für mich wirklich Genuss.

Lässt sich Genuss mit dem Arbeitsalltag dennoch vereinen?
Nachdem bei mir Arbeit und Privatleben sehr stark überlappen, hoffe ich das doch! Ich genieße meine Arbeit. Dinge zu vollbringen, ist eine starke Triebfeder und definitiv ein Genuss für mich. Darum habe ich seinerzeit zusammen mit Tulga Beyerle und Thomas Geisler die Vienna Design Week gegründet, die ich nach inzwischen zehn Jahren immer noch mit Leidenschaft organisiere. Die mühsamen Aspekte dabei möchte ich gar nicht weiter ausführen. Die nehmen, wenn man es als Torte sehen würde, den größten Teil ein. Nur der eine Teil, auf dem die Kirschen und der Schlagobers sind, das ist es, was das Ganze so wunderbar macht. Das schnelle Reagieren, das Kuratieren und Programmieren des Festivals – das entschädigt nicht nur, das ist der Anreiz.

Wir sitzen in der Loos Bar, einer Institution der Stadt.
Zu dieser Bar habe ich seit vielen Jahren ein besonderes Verhältnis. Bei uns zu Hause war sie immer wieder Thema. Die kleine Lilli, die noch keine Drinks zu sich nehmen durfte, kannte also schon die Loos Bar und wusste, dass es ein kleines, sehr besonderes Schmuckkästchen mitten im 1. Bezirk Wiens ist. Das Portal der Bar, der »American Bar«–Schriftzug, der heute darüber hängt, ist von meinem Vater im Zuge der Ausstellung »Traum und Wirklichkeit«, 1984, reproduziert worden. Die Loos Bar nahm auch später in meinem Leben eine spezielle Rolle ein, denn ich habe mich hier vor siebzehn Jahren das erste Mal mit meinen Mann, Markus Eiblmayr, verabredet. Daher hat die Loos Bar in unseren Herzen einen festen Platz.

Soweit ich weiß, hast du in deinem Büro eine eigene Loos Bar?
Das stimmt. Es ist ein Möbelstück der Designgruppe »breadedEscalope«, eine Art Barschrank, in den man sich reinsetzen kann. Im Inneren findet man die bekannte Kassettendecke und den umlaufenden Spiegel wieder. Die Loos Bar auf zwei Quadratmetern sozusagen. Für mich ist es die Fortsetzung der romantischen Geschichte meines Mannes und mir. Die Loos Bar verströmt zwar eine sehr intime Atmosphäre, aber man ist ja doch nie ganz alleine dort. In unserer persönlichen Loos Bar können wir ein Stück dieser wunderbaren Bar in Zweisamkeit genießen. Deshalb wird sie auch bald vom Büro nach Hause übersiedeln.

3cl Absolut ELYX
3 Barlöffel Lavendel-Vanille-Honig
10cl Champagner

Honig im Vodka auflösen
Champagner fill-up


Fotos: Inge Prader

Links
Loos Bar
Vienna Design Week

#AbsolutElyx #ViennaDesignWeek #LilliHollein #loveart

Connect with us
Als Subscriber erfahren Sie als erstes von neuen Stories und Editionen, und erhalten unser wöchentliches Culture Briefing.