In the Studio

Moni K. Huber

Wien, Österreich

»Ich möchte Schönheit erreichen. Die Sehsucht nach der Schönheit macht ihren Reiz aus.«

Der Open Studio Day bietet Kunstliebhabern die einmalige Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen künstlerischen Schaffens zu werfen. Rund 80 Künstlerinnen und Künstler halten am Samstag, 19. November 2016, von 13.00 bis 18.00 Uhr ihre Ateliers offen.

Wie würdest du jemandem, der dich nicht kennt erklären, was du machst? Was möchtest du bei Betrachtern deiner Arbeiten auslösen, bzw. zu was sollen sie anregen?
Ich bin Malerin. In meinen Arbeiten beschäftige ich mich mit Architektur, untergegangenen Utopien und der Natur. Der Malprozess ist bei mir ein Vexierspiel zwischen Malerei und Fotografie und damit auch eine Reflexion über Erzählung, Zeit und Geschichte. Damit möchte ich Sehnsucht und die Lust am Schauen auslösen.

Warum hast du dich entschieden, in Wien zu leben und zu arbeiten, und nicht in einer anderen Kunstmetropole?
Ich habe in Wien an der Angewandten studiert und Wien als Standort behalten. Bei meinen vielen Reisen und längeren Arbeitsaufenthalten haben mich die Ränder der Welt mehr interessiert als die so genannten Kunstmetropolen.

In Wien hatte ich viele Möglichkeiten und wurde oft gefördert. Das wäre anderswo so wahrscheinlich nicht der Fall gewesen.

Wir alle verbringen die meiste Zeit unseres Lebens am Arbeitsplatz. Welche Bedeutung hat dein Atelier für dich?
Das Atelier hat sowohl räumlich als auch sozial eine große Bedeutung für mich. Ich habe einen großen und ruhigen Raum mit Oberlichte, der sich hervorragend zum Malen eignet. Auch schätze ich die Anwesenheit der Kollegen, mit denen ich das Stockwerk teile.

Die diesjährige VIENNA ART WEEK hat sich dem Thema „Seeking Beauty“ verschrieben. Inwiefern spielt dieses Thema für dich als Künstlerin eine Rolle?
In meiner Arbeit beschäftige ich mich mit Malerei. Ich möchte mittels Farbe und Form einen starken Eindruck von Raum, Realität, Perspektive und Natur vermitteln – ich möchte Schönheit erreichen. Meine Motive, oft verlassene Räume und Ruinen, empfinde ich als schön, auch wenn es sich um verwahrloste Orte handelt.

Natürlich liegt die Schönheit oft jenseits der Realität des Dargestellten und beruht auf einem diffusen Verlangen danach. Die Sehsucht nach der Schönheit macht ihren Reiz aus. In diesem Sinne sehe ich mich in der Tradition der romantischen Malerei.

Woran arbeitest du gerade? Wo kann mein deine Arbeiten als nächstes sehen?
Seit 2014 arbeite ich an der Serie Arcadia in Decay. Es handelt sich um Bilder mit Motiven von Hotelbauten der Nachkriegsmoderne des ehemaligen Jugoslawiens, die heute als Ruinen einer ungewissen Zukunft harren. Die Ruinen sind großteils zugewachsen, von Graffitis besprüht und beschädigt. Der Zustand der Verwahrlosung und die Vorstellung des Untergangs vergangener Utopien, faszinieren mich. Auch die Idee, dass wir Ruinen einer Vergangenheit besuchen, die zu meinen Lebzeiten noch geblüht und dem Tourismus gedient haben, bringt einen Aspekt ein, der für meine Arbeit wichtig ist: der Umgang mit Geschichte, auch mit der Kunstgeschichte.

Demnächst kann man Arbeiten von mir im Salzburger Kunstverein sehen.

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Interview: Michael Wuerges
Fotos: Florian Langhammer

Links
Moni K. Huber website
Bundesateliers Wattgasse
Open Studio Day

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Bücher, die wir empfehlen

Moni K. Huber
Arcadia in Decy

Editor: Moni K. Huber
Text: Pia Jardí, Maroje Mrduljaš, Günther Oberhollenzer, Iris Meder
Design: Elisabeth Czihak
Language: German/English
Details: Paperback, 28 x 23 cm, 120 pages, ills. in color
ISBN 978-3-903004-39-9
24,00 Euro

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Eine Woche lang, stets im November, bündelt die VIENNA ART WEEK gemeinsam mit run 90 Partnern die vielfältigen Aktivitäten der Wiener Kunstwelt in einem Marathon der Kunstveranstaltungen. Museen, Ausstellungshäuser, Galerien und Kunstuniversitäten sind als Mitglieder des Art Cluster Vienna, des gemeinsamen Trägervereins, die Veranstalter. Kleinere Programmpartner wie Alternative Spaces, unabhängige Initiativen, Kuratoren und Kunstschaffende verfeinern die Woche mit maßgeschneiderten Veranstaltungen.
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