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Thilo Jenssen »Smooth Operator«

Ausstellungen
Galerieinstallation: Reihe Schwarzweißfotografien an weißer Wand, Holzdielenboden, Glas-Doppeltüren im Hintergrund, gelbe Stange rechts.

»Smooth Operator«

Der Titel der Ausstellung mit Thilo Jenssen, Smooth Operator, knüpft an die Werkserie Stabile Zustände an, eine Kompilation unterschiedlichster Abbildungen der „stabilen Seitenlage“, und basiert auf einem medizinischen Handbuch von 1975, aus dem er Bilder von Erste-Hilfe-Maßnahmen fragmentarisch herausnimmt und durch selektive Ausschnitte intime und teilweise groteske Momente erzeugt. Der ursprünglich didaktische Zweck dieser Abbildungen wird von Jenssen somit überschrieben, was eine Neucodierung der angeeigneten Zeichen darstellt. Die UV-Druckverfahren bedruckte Metallplatte ist zusätzlich an vereinzelten Stellen durchbohrt, wodurch einerseits ihre Materialität betont wird und gleichzeitig Assoziationen mit Markierungen oder Akkupunktur geweckt werden.

Ausstellungsraum mit Parkettboden, weiße Wände; fünf graustufige Fotografien; zentrale vertikale Metallstange als Skulptur; geöffnete Tür im Hintergrund.
Schwarzweißbild einer liegenden Person, an einer gelben Rohrkonstruktion befestigt, in einer Galerieausstellung.
Weiße Galeriewand mit zwei Schwarzweißfotografien, gelber Rohr, offene Tür zum Flur.

Der Titel Smooth Operator ist dem gleichnamigen Song von Sade aus 1984 entliehen und verweist auf den ausführenden Akteur, der auf den Abbildungen nur peripher zu sehen ist und scheinbar von „Außen“ ins Bild eingreift. Eine Vierkantrohr-Konstruktion mit vorgebohrten Löchern als Rahmen lässt für die Arbeit verschiedenste Formen der Installation im Raum zu – etwa von der Decke hängend, von der Wand im neunzig Grad Winkel hervortretend – ähnlich dem Schild eines Ladengeschäfts –, oder flach an der Wand montiert. In ihrer Körperlichkeit - räumlich wie inhaltlich - kommt Smooth Operator mit anderen Ansätzen in Jenssens künstlerischem System überein und lotet das ambivalente Verhältnis von Halt und Einschränkung, Kontrolle und Unterstützung aus.

Vier quadratische Schwarzweißfotografien an einer weißen Wand zeigen Hände beim Festhalten und Helfen; rechts gelbe Rohrleitung.
Schwarz-weißes Porträt einer Person, die nach oben blickt, an einer weißen Wand in einem Metallrahmen montiert.
Metallrahmen an weißer Wand, vertikal angebracht; Innenfläche mit rotem Textmuster.
Schwarzweißes Foto einer Hand, an einer Metallstange befestigt, in einer Galerie ausgestellt.
Helles Galeriezimmer mit vertikalen Metallstangen und Schwarzweiß-Fotopaneelen; Fensterfront links, Heizkörper unten.

Thilo Jenssens (*1984 in Daun, Deutschland) Arbeiten locken mit spiegelnden, glattpolierten Oberflächen in schimmernden, glitzernden, und manchmal changierenden Farben, einer Struktur, die unmittelbar an Screens denken lässt. Seine Paintings sind mit Impulsen der Gegenwart aufgeladen und distanzieren sich so von einer rein historischen Zuschreibung zur Finish Fetish Bewegung, welche in Südkalifornien in den 1960er Jahren aus einem an der Westküste verbreiteten Automobilkult aufkam.

Inspiriert von Einflüssen aus der Pop Art und Alltagskultur versucht Thilo Jenssen mit Lacken, Metallstrukturen sowie ihrem Kontext entrissenen Objekten und Zeichensystemen, neue Bezüge und Leseweisen herzustellen. Der Künstler sieht seine Praxis primär von der Malerei beeinflusst. Diverse Halterungen und Befestigungen lösen seine Arbeiten jedoch oftmals von der Wand und lassen diese eine räumliche und performative Anziehungskraft entwickeln.

Schwarzweißfotografie eines Arms, der von zwei Händen gehalten wird, an einer Stange aufgehängt, in einem hellen Galerieraum mit Holzboden.
Schwarzweißes Quadratgemälde mit abstrakter weißer Form an heller Wand neben Fenster.
Schwarzweiß-Fotografie zweier Hände, die ineinander greifen; Ausstellungsraum mit weißen Wänden.
Zwei Schwarz-Weiß-Fotografien an einer weißen Wand; links legt eine Person eine Halskette an, rechts richtet eine Person ein Hemd aus.
Person steht im Atelier vor rotem Gemälde, Hände an den Seiten.

Text: Florian Langhammer, angelehnt an einen Text von Andrea Kopranovic der Galerie Christine König, Wien
Fotos: Florian Langhammer

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